Private Wetterstation Kalkriese

Lat.: 52° 24' 26" Nord • Long.: 8° 04' 41" Ost • Höhe: 57 m ü. NN
Mittwoch, 01. Juli 2026 • 00:31:18 (UTC+2)

Wettervorhersage externer Anbieter



Bodenanalysekarten und Synoptische Übersichten

Luftdruck - Fronten - Wetter

Nordatlantik - Europa
 
 
Nordatlantik - Europa


Quelle: Deutscher Wetterdienst, Quelldatei bearbeitet und eigene Angaben ergänzt.




SXEU31 DWAV 300800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 30.06.2026 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: TrW, Übergang zu NWz/a
Unbeständig, vor allem heute und kommende Nacht nochmals kräftige Gewitter.
Lokal auch Unwetter aufgrund von Hagel und Starkregen, kommende Nacht bis
Mittwochvormittag vom Südwesten über die Mitte bis in die Osthälfte auch größere
Gewittersysteme mit mehrstündigem unwetterartigem Starkregen.
Am Mittwoch vor allem im Norden und Osten weitere, teils kräftige Gewitter,
Unwetter nicht ausgeschlossen.
Am Donnerstag im Nordwesten einzelne kurze Gewitter mit Sturmböen nicht
ausgeschlossen. An den Küsten stürmische Böen bzw. Sturmböen.


Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 24 UTC
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Dienstag... verläuft bei einem nur schwachgradientigen Druckfeld eine
Luftmassengrenze quer über die Mitte Deutschlands hinweg ostnordostwärts. Diese
trennt eine sehr warme und feuchte, mäßig labil geschichtete Luftmasse (T850 hPa
13 bis 17 Grad) über dem Süden und Südosten des Landes von nicht ganz so warmer
Luft maritimen Ursprungs (T850 hPa zwischen 10 und 13 Grad) über der
Nordwesthälfte.
Die Luftmasse über der Südosthälfte (etwa südlich einer Linie Pfalz-Oberlausitz)
zeichnet sich nach wie vor durch hohe PPWs zwischen 30 und 40 mm aus und
getriggert durch einen kurzwelligen Troganteil hat sich in der vergangenen Nacht
ein MCS über den Süden und Osten Bayerns langsam nordostwärts bewegt, wobei es
kleinräumig teils extremen Starkregen gab. Inzwischen hat sich dieses System
deutlich abgeschwächt, lässt sich aber anhand der Satelliten- und Radarbilder
(gebietsweise schauerartiger Regen) noch gut über Oberfranken bzw. dem
Westerzgebirge ausmachen.
Ansonsten hat sich vorderseitig eines Höhentroges, der aktuell auf die
Britischen Inseln übergreift, vorübergehend eine deutliche Wetterberuhigung
eingestellt. Lediglich über dem nördlichen Niedersachsen lässt sich eine schmale
Schauerlinie ausmachen, die langsam Richtung Elbe zieht, aber nur geringe Mengen
in petto hat.
Im Rest des Landes beginnt der Tag unterschiedlich, gebietsweise auch gering
bewölkt. Mit Annäherung des Troges, der nur langsam die Britischen Inseln
überquert und beginnender WLA ziehen im Nordwesten allerdings bereits dichtere
Wolken auf, die aber zunächst keine nennenswerten Niederschläge bringen. Dafür
wird das ehemalige MCS im Laufe des Vormittags und um die Mittagszeit vom
Vogtland bis nach Südbrandenburg wieder aktiviert und neben Schauern können auch
einzelne Gewitter auftreten, die bis zum Abend langsam Richtung Polen
vorankommen. Kleinräumig kann dort Starkregen auftreten, bei frischen
Entwicklungen vor allem ab der Mittagszeit und am Nachmittag auch kleinkörniger
Hagel und einzelne stürmische Böen, das Unwetterpotenzial ist aber eher gering,
da bereits ein gewisses Entrainment der etwas trockeneren Luftmasse weiter
nördlich stattfindet und sich die Luftmasse auch nur durch relativ geringe
Energiewerte auszeichnet.
Ansonsten gilt es aber, vor allem ab dem Nachmittag den Blick Richtung Westen zu
richten. Vorderseitig des Troges wird die WLA nun zunehmend durch PVA-induzierte
dynamische Hebung gestützt. Dabei zeichnen sich grob drei Schwerpunkte
konvektiver Aktivität ab: Einerseits wird das oben angesprochene schmale
Schauerband über dem nördlichen Niedersachsen aktiviert und zieht über den
Hamburger Raum bis zum Abend nach Schleswig-Holstein. In diesem Bereich ist die
Luftmasse trotz Annäherung des Troges nur mäßig labil geschichtet und es können
maximal 200 bis 500 J/kg ML-Cape generiert werden bei PPWs zwischen 25 und 30
mm. Somit sind als Begleiterscheinung Starkregen um 15 l/m², kleinkörniger Hagel
und stürmische Böen zu erwarten; und trotz günstiger Scherwerte mit bodennah
gekurvten Hodografen bleibt das Unwetterrisiko nur sehr gering, auch, wenn
flache, kurzlebige Superzellen mit Sturmböen und einem geringen Potenzial für
kurzlebige Tornados nicht ganz ausgeschlossen werden können.
Eine zweite Zone konvektiver Aktivität zeichnet sich im Zuge eines IPV-Maximums
ab dem späten Nachmittag im Bereich der westlichen und zentralen Mittelgebirge
ab. Diese Schauer und Gewitter zeichnen sich zunächst durch ähnliche
Begleiterscheinungen wie die weiter nördlich aus und weiten sich ab den
Abendstunden rasch nach Nordosten aus. Mit zunehmender dynamischer Hebung
beginnen die Multizellensysteme im laufe des Abends und der kommenden Nacht zu
ein/zwei kleineren MCS zu verclustern und vor allem von NRW über das nördliche
Hessen/das südliche Niedersachsen bis nach Sachsen-Anhalt kann es gebietsweise
auch mehrstündigen Starkregen geben, wobei das Unwetterrisiko gering bleibt.
Deutlich spannender gestaltet sich hingegen die Entwicklung im Südwesten und in
der südlichen Mitte (BaWü bis Oberfranken). Mit Unterstützung durch die
Orographie dürfte es im Laufe des (frühen) Nachmittags über den Mittelgebirgen
auslösen, die Gewitter kommen zunächst nur relativ langsam nach Nordosten voran.
In der Region können gebietsweise mehr als 1000 J/kg ML-Cape generiert werden,
und angesichts der hohen PPWs, steht dann schnell der Starkregen im Fokus, der
kleinräumig durchaus Unwetterpotenzial erreicht. Mit Annäherung des Troges
verbessern sich auch die Scherbedingungen, so dass größerer Hagel um 3 cm
(orographisch getriggert, im Schwarzwald und entlang der Alb vielleicht auch
mehr) und (schwere) Sturmböen ebenfalls möglich sind. I-D2-EPS simuliert am
Nachmittag/Abend vor allem im Bereich Schwarzwald/Alb, aber auch für Teile
Unterfrankens die höchsten Wahrscheinlichkeiten für unwetterartigen Starkregen,
und auch aus den Alpen heraus können einzelne kräftige Gewitter gegen Abend ins
südliche Alpenvorland ziehen. Meist handelt es sich um Einzelzellen, die
zunächst zu kleineren Multizellensysteme verclustern. Die Hagelgefahr ist dabei
im Anfangsstadium der Zellen am größten, danach dominiert mehr und mehr der
Starkregen.
Im äußersten Westen und Nordwesten setzt dann bereits eine gewisse
Wetterberuhigung ein, während der Nordosten, aber auch Teile der Mitte
gewittertechnisch komplett leer ausgehen.
Während in den äußersten Nordwesten und Norden bodennah von Nordosten her eine
"nur" mäßig warme Luftmasse mit Maxima zwischen 20 und 23 Grad gelangt, wird es
sonst sommerlich warm mit Höchstwerten zwischen 25 und 30 Grad, im Südwesten und
rund um die Donau auch bis 32 Grad. Lediglich in Teilen Sachsens und
Südbrandenburgs, wo sich die Sonne kaum zeigen dürfte, reicht es nicht für einen
Sommertag.

In der Nacht zum Mittwoch greift der Trog auf die Nordsee und Benelux über.
Vorderseitig setzt nun vor allem ab der Mitte ostwärts sowie im Süden verstärkt
dynamische Hebung ein. Mit Aufsteilen der südwestlichen Höhenströmung kommt die
sehr feuchte und instabile Luftmasse vor allem über der Osthälfte vorübergehend
etwas nach Norden voran, wobei sich über Tschechien/Sachsen ein kleinräumiges
Bodentief etabliert und bis Mittwochfrüh Richtung Riesengebirge zieht.
Rückseitig strömt in die Westhälfte von Nordwesten her bereits eine deutlich
trockenere und stabiler geschichtete Luftmasse.
Mit der sich verstärkenden dynamischen Hebung beginnen die Multizellen über dem
Südwesten und der südlichen Mitte zunehmend zu ein/zwei größeren MCS zu
verclustern und ziehen langsam über Nordbayern hinweg ostnordostwärts. Ein
weiteres MCS könnte ausgangs der Nacht von der Schweiz Richtung
Oberschwaben/Südbayern ziehen. Dabei steigt das Unwetterpotenzial aufgrund von
Starkregen - auch mehrstündig - im Laufe der Nacht weiter an. Angesichts der
hohen PPWs sind auch extreme Unwetter mit mehr als 60 l/m² in wenigen Stunden
möglich, I-D2-EPS simuliert die höchsten Wahrscheinlichkeiten dafür in Franken,
in den Frühstunden dann Richtung Thüringer Wald und Westerzgebirge, eventuell
auch noch bis ins südliche Saschen-Anhalt ausweitend sowie ab den Frühstunden in
Oberschwaben und rund um den Bodensee. Mit den sich weiter verbessernden
Scherbedingungen bleiben wohl auch Hagel und - je nach Organisationsgrad der
Systeme - (schwere) Sturmböen mit von der Partie, angesichts der Tageszeit aber
mit deutlich geringerer Unwetterwahrscheinlichkeit als der Starkregen.
Für diese Regionen bietet sich - bei allen noch gegebenen Unsicherheiten -
eventuell auch eine Vorabinformation an. Diese dürfte aber frühestens um die
Mittagszeit, eher am Nachmittag erfolgen.
Die verclusterten Gewitter weiter nördlich wurden schon weiter oben
angesprochen, bis zum Morgen erreichen sie in etwa Westmecklenburg und das
westliche Brandenburg. Im Westen und Nordwesten verläuft die Nacht dagegen
überwiegend ruhig und störungsfrei und auch an den Alpen und im Alpenvorland
sollte sich die Gewittertätigkeit im Laufe der Nacht rasch abschwächen, ebenso
ganz im Südwesten.
Während die Nacht im Westen und Nordwesten recht frisch ausfällt mit Minima
zwischen 16 und 12 Grad, bleibt es sonst relativ mild mit 19 bis 15 Grad.

Mittwoch... schwenkt der Höhentrog nur langsam über das Vorhersagegebiet hinweg
ostwärts, erreicht aber erst ausgangs der Nacht zum Donnerstag die Grenze zu
Polen, da er durch einen Cut-Off-Prozess über der nördlichen Adria deutlich
eingebremst wird. Somit bleiben noch lange Zeit weite Teile des
Vorhersagegebietes auf dessen Vorderseite, wobei vor allem über der Osthälfte
nach wie vor dynamische Hebung generiert wird.
Das Bodentief zieht langsam über Polen hinweg nordnordostwärts und an dessen
Westflanke kommen die zwei/drei größeren Gewittersysteme vormittags/mittags
ebenfalls sehr zögerlich von Franken Richtung Sachsen und Südbrandenburg bzw.
über Südbayern ostwärts voran. Die dynamische Hebung wirkt dem Tagesgang
entgegen, somit ist angesichts vorhandener MU-Cape und hoher PPWs nach wie vor
mit unwetterartigem Starkregen (kleinräumig extrem) - auch mehrstündig - zu
rechnen, Schwerpunkt zumindest nach I-D2 nun wohl vom Vogtland bis zur Lausitz
sowie südlich der Donau.
Rückseitig stößt ein Bodenhochkeil von Frankreich her Richtung West- und
Südwestdeutschland vor und führt dort zu einer deutlichen Abtrocknung der
Luftmasse, wobei sich im Tagesverlauf eine Absinkinversion in etwa 700 hPa
etabliert. Somit scheint dort vielerorts bei meist nur flacher Quellbewölkung
die Sonne und auch am Nachmittag ist kaum mit Schauern zu rechnen.
Zwischen Cluster und der stabilen Zone im Westen und Südwesten bleibt die
Luftmasse nach wie vor potenziell instabil geschichtet. Dabei dürfte es mit
Unterstützung durch die Orographie und der Outflow Boundaries der Cluster vom
Nordwesten/Norden über die Mitte des Landes bis nach Süddeutschland alsbald
wieder neu "zünden", wobei die Konvektion erlaubenden Modelle vor allem von
Schleswig-Holstein bis nach Sachsen-Anhalt eine flache Tiefdruckrinne und ein
entsprechend konvergentes Windfeld simulieren. Diese Region dürfte somit auch
den Schwe4rpunkt der Gewitteraktivität ab den Nachmittagsstunden darstellen. Vor
dem Einsickern trockenerer Luftmassen von Westen her liegen die PPWs bei etwa 25
bis 30 mm und es können gebietsweise mehr als 500 J/kg ML-Cape generiert werden
bei insgesamt schwachen Scherungsbedingungen. Somit dürften die
Begleiterscheinungen der Gewitter überwiegend markant ausfallen und es handelt
sich meist um zu Multizellen verclusternde Einzelzellen. I-D2-EPS simuliert ein
leicht erhöhtes Potenzial für unwetterartigen Starkregen aufgrund der regen
Gewitteraktivität im Bereich der oben angesprochenen Rinne, aber auch Richtung
Oberschwaben. Im Bergland kann es mit Hilfe der Orographie auch mal für Hagel
größer 2 cm reichen.
Ein gewisses Potenzial für Landspouts, also Typ 2-Tornados deutet sich ebenfalls
im Bereich der Rinne, insbesondere über Schleswig-Holstein, an.
Ganz im Osten und Südosten hingegen verläuft der Nachmittag nach Abzug der
Cluster überwiegend ruhig, wobei die Wolken nur langsam auflockern.
Von Nordwesten her sickert allmählich maritim erwärmte Subpolarluft ins
Vorhersagegebiet mit T850 hPa zwischen 9 Grad im Nordwesten und 13 Grad ganz im
Südwesten. Somit bleibt es warm mit Maxima zwischen 22 und 26 Grad, mit viel
Sonne im Westen/Südwesten bis 28 Grad. Lediglich an den Küsten sowie im Bereich
der abziehenden Cluster bleibt es etwas frischer.

In der Nacht zum Donnerstag greift ein in die kräftige westnordwestliche
Höhenströmung eingebetteter breiter Höhentrog auf die Britischen Inseln über,
der Jetstream an dessen Südflanke stößt Richtung mittlere Nordsee vor. Ein
korrespondierendes Bodentief erreicht Donnerstagfrüh die nördliche Nordsee,
dessen rasch okkludierndes Frontensystem befindet sich morgens knapp westlich
der Deutschen Bucht.
Der bisher für uns wetterbestimmende Trog erreicht den Westen Polens und wird
mehr und mehr zugeschüttet. Das korrespondierende Bodentief zieht Richtung
Baltikum und von Westen her weitet sich der Hochkeil über die Mitte Deutschlands
Richtung Osthälfte und Westpolen aus. Die Gewitter klingen somit mehr oder
weniger rasch ab, zuletzt wohl an den Alpen und am Erzgebirge.
Ansonsten lockern die Wolken auf, vor allem in der Mitte und im Südwesten ist es
gering bewölkt, stellenweise kann sich Nebel bilden. Im Nordwesten ziehen mit
Annäherung des Frontensystems wieder dichtere Wolken auf, es bleibt aber noch
überwiegend trocken. Der Wind frischt präfrontal an der Nordsee aus Südwest auf,
bleibt aber wohl noch unterhalb der Warnschwellen. Landesweit steht eine
angenehm frische Nacht ins Haus mit Minima zwischen 15 und 10 Grad, in einigen
Senken und Muldenlagen auch darunter, an der Nordsee bleibt es dagegen etwas
milder.

Donnerstag... stellt sich eine vor allem im Norden und Osten zyklonal
konturierte Nordwestlager ein. Der Höhentrog überquert die Nordsee rasch
ostsüdostwärts und erreicht abends Norddeutschland, der Jetstream stößt Richtung
Niederlande/Emsland vor.
Das korrespondierende Bodentief zieht nach Südwestnorwegen, dessen
teilokkludierte Kaltfront hat bis zum Abend die Nordwesthälfte mit
schauerartigem, aber nicht allzu ergiebigem Regen überquert, der dann bereits
den Westen, die (nördliche) Mitte und den Nordosten erfasst. In der Fläche
betragen die Mengen meist weniger als 5 mm, wobei einzelne kurze Gewitter nicht
ganz ausgeschlossen sind, am ehesten vielleicht noch an den Küsten.
Im Fokus steht nun aber zur Abwechslung mal die Windentwicklung. Der nach
Südwest- und Süddeutschland gerichtete Hochkeil verstärkt sich weiter, wodurch
sich der Gradient vor allem im Nordwesten und Norden verschärft. Im
Nordseeumfeld vermitteln die stürmischen Böen - vereinzelt Sturmböen - aus
Nordwest einen durchaus herbstlichen Eindruck, nachmittags kann es auch an der
Ostsee einzelne stürmische Böen geben. Zumindest im schleswig-holsteinischen und
nordwestdeutschen Binnenland sind steife Böen möglich, auf dem Brocken
Sturmböen.
Im Süden und Südosten bleibt es im Einflussbereich des Hochkeils dagegen trocken
und vor allem in Baden-Württemberg und Bayern sogar vielerorts sonnig. Vor allem
in den No4rden gelangt Meeresluft polaren Ursprungs mit T850 hPa zwischen 6 und
9 Grad, während es weiter südlich noch sommerlich warm bleibt (T850 hPa 10 bis
14 Grad). Das mündet in Höchstwerte zwischen 19 und 24 Grad im Norden und
zwischen 24 und 29 Grad im Rest des Landes.

Modellvergleich und -einschätzung
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Der grobe Fahrplan steht. Die MCS-Problematik für die kommende Nacht und den
morgigen Vormittag wurde im Text angesprochen. Eine Vorabinformation sollte
aufgrund des hohen und flächigen Unwetterpotenzials erfolgen, dass dürfte aber
erst im Laufe des Nachmittags der Fall sein.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff



S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 30.06.2026 um 10.30 UTC



Vor allem im Norden wechselhaft und windig, im Süden und Südwesten
Wetterberuhigung. Dort meist sommerlich warm, im Südwesten teils heiß und häufig
Sonne.
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Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 07.07.2026


Zu Beginn der Mittelfrist am Freitag schwenkt der zuvor wetterbestimmende Trog
weiter ostwärts durch und wir gelangen auf dessen Rückseite. Die zum
korrespondierenden Bodentief über Skandinavien gehörende Kaltfront zieht
ostwärts ab, nach Süden hin hängt sie zurück und kann vor allem südlich der
Donau noch für etwas Regen sorgen. Unter ansteigendem Luftdruck und Geopotenzial
verliert sie allmählich an Wetterwirksamkeit, das hat auch zur Folge, dass ganz
im Süden die warme Luftmasse (850 hPa-Temperatur über 10 Grad) kaum ausgeräumt
wird und im Tagesverlauf mit Drehung der Strömung auf eher westliche Richtungen
im Südwesten wieder etwas an Raum gewinnen kann. Im Südwesten werden daher
sommerliche Höchstwerte zwischen 25 und 28 Grad erwartet, im Südosten aufgrund
stärkerer Restbewölkung und vor allem in den übrigen Landesteilen meist 20 bis
25 Grad, an den Küsten darunter. In der kühleren Luft im Norden sind aufgrund
möglicher Kurzwellentröge, die auf der Rückseite des Langwellentroges ablaufen
können, Schauer und einzelne Gewitter möglich. Von der Intensität in Anbetracht
der Luftmasse dürften diese aber nicht sonderlich stark ausfallen. Interessante
ist die Windentwicklung im Norden: Auf der Süd-/Südwestflanke des
Skandinavientiefs ist der Gradient stärker ausgeprägt, so dass im Norden und
Nordosten mit starken bis stürmischen Böen aus West bis Nordwest gerechnet
werden muss. An exponierten Küstenabschnitten wie den Nordfriesischen Inseln und
an der Ostseeküste können Sturmböen auftreten. Im Laufe der Nacht zum Samstag
zieht das Tief von Skandinavien ostwärts und der Gradient fächert auf, der Wind
lässt von Westen langsam nach.

Am Samstag setzt sich in etwa in der Südhälfte Hochdruckeinfluss durch. Es wird
dort ein heiterer, teils sonniger sowie trockener Tag erwartet. Die
10-Grad-Isotherme in 850 hPa greift nordwärts bis etwa zu Mitte des Landes aus,
im Südwesten werden teils um 15 Grad in 850 hPa erwartet. Damit liegen die
Höchsttemperaturen recht verbreitet zwischen 25 und 29 Grad, im Südwesten um
oder leicht über 30 Grad. Kühler bleibt es im Norden. Dieser liegt nahe der
Frontalzone in einer zyklonalen West- bis Nordwestströmung. Der Keil über
Westeuropa ist relativ flach, so dass kurzwellige Troganteile über den Norden
geführt werden können. Weiter nördlich über dem Nordmeer wird der Trog
regeneriert. Östlich von Island liegt ein Bodentief, dessen Frontensystem auch
den Norden Deutschlands beeinflusst. Dabei überquert zunächst die Warmfront die
nördlichen Landesteile mit viel Bewölkung und zeitweiligem Regen. Ab dem Abend
und in der Nacht zum Sonntag schleift die Kaltfront von der Nordsee herein,
dabei sind bis in die nördliche Mitte örtlich Schauer möglich, das
Gewitterrisiko ist eher gering und eher auf das Küstenumfeld beschränkt. Der
Wind weht im Norden frisch, im Küstenumfeld teils stark böig um West.

Am Sonntag und Montag verbleibt der Norden im Frontalzonenbereich mit
kurzwelligen Troganteilen und der schleifenden Fronten des Tiefs über dem
Nordmeer, das weiter in Richtung Skandinavien zieht. Die Front wird rückläufig
in eine Warmfront eines weiteren Tiefs westlich von Island (eventuell mit
"zusätzlicher" Warmfrontwelle bei Schottland). Von daher überwiegt an beiden
Tagen dichte Bewölkung mit zeitweiligem Regen im norden und teils bis in die
mittleren Landesteile. Der Wind um West bis Nordwest weht in der Nordhälfte
insgesamt frisch, im Bergland und an den Küsten auch teils stark böig. Zum
Montag leicht abschwächender Wind, starke Böen vor allem noch im Umfeld der
Ostsee. Im Südwesten und Süden dominiert Hochdruckeinfluss mit störungsfreiem,
häufig sonnigem Wetter. Höchsttemperaturen im Norden unter 25 Grad, an den
Küsten um 20 Grad, von der Mitte bis in den Süden überwiegend sommerlich mit
Werten über 25 Grad, im Südwesten teils 30 bis 33 Grad.

Am Dienstag verlagert sich der Langwellentrog über Nordeuropa ostwärts und
amplifiziert dabei. Damit kann sich der Keil über Westeuropa aufwölben und
verstärkt seinen Einfluss allmählich auch über Deutschland, auch der Bodendruck
steigt. Die schleifende Front über dem Norden verlagert sich unter langsamer
Abschwächung ostwärts. Über dem norden und vor allem Nordosten dominiert
weiterhin Bewölkung und es regnet zeit- und gebietsweise, mit abnehmender
Tendenz zum Abend bzw. in der Nacht zum Mittwoch. Kaum Änderung im
Temperaturniveau: Unter 25 Grad im Norden und Nordosten, von der Mitte bis in
den Süden sommerlich warm mit 25 bis 29, im Südwesten teils 30 bis 33 Grad.

In der erweiterten Mittelfrist deutlich zunehmende Unsicherheiten mit großer
Varianz zwischen eher zyklonaler Grundströmung, vor allem im Norden/Nordwesten
auch wechselhafter Witterung und von Südwesten wieder zunehmend antizyklonaler
Prägung und tendenziell ansteigendem Temperaturniveau. Bisher ohne Hinweise auf
neue Hitzewelle.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz der vorliegenden IFS-Modellläufe ist zu Beginn der Mitelfrist am
Freitag gut, im Verlauf des Wochenendes nehmen die Differenzen in der genauen
Ausgestaltung der Trog-Keil-Struktur und den Bodendruckgebilden allmählich zu.
Vor allem der Norden und Nordwesten verbleibt noch unterschiedlich stark von der
Frontalzone beeinflusst in einer zyklonal geprägte Nordwest- bis Westströmung.
Im Westen und Südwesten steigen Luftdruck und Geopotenzial an, das Wetter
beruhigt sich. In wie weit sich diese Wetterberuhigung bis in den Norden und
Nordosten durchsetzt, ist unsicher. Die neueren Modellläufe sind dabei eher
etwas zyklonaler aufgestellt.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Ein Blick auf andere Globalmodelle zeigt lediglich ganz zu Beginn noch ein recht
einheitliches Bild, nachfolgend ergeben sich in den Grundstrukturen zunehmend
Differenzen. Während ICON und UK10 dem aktuellen IFS-Lauf zunächst noch recht
ähnlich sind und erst in der kommenden Woche zunehmende Unterschiede aufweisen,
kommt es beim GFS bereits im Laufe des Wochenendes zu einer Regenerierung des
Langwellentroges über Deutschland und einem somit insgesamt deutlich
zyklonalerem Umfeld. Selbst im Südwesten und Süden wäre damit eine
Wetterberuhigung eher unwahrscheinlich. Am antizyklonalsten und wärmsten sind
ICON und UK10 aufgestellt.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Clusteranalyse des IFS-Ensembles zeigt für den ersten Zeitraum von Freitag
00 UTC bis Samstag 00 UTC (+72 bis + 96 h) vier Cluster mit 16, 15, 11 und 9
Membern (Kontrolllauf in Cluster 1). Vom Regime dominiert ganz klar "Atlantic
Ridge", so dass unser Vorhersageraum überwiegend in einer nordwestliche,
zyklonalen Strömung liegt, mit antizyklonalem Einschlag im Südwesten. Dieser
antizyklonale Einfluss im Südwesten wird leicht unterschiedlich gezeigt, daraus
aber konkrete Prognoserelevanz abzuleiten, ist nicht möglich. Auch im
Folgezeitraum von Sonntag 00 UTC bis Dienstag 00 UTC (+120 bis +168 h) werden
alle fünf Cluster dem Regime "Atlantic Ridge" zugeordnet. Die Detailbetrachtung
bestätigt die zunehmende Unsicherheit, in wie weit der antizyklonale Einfluss
des Keils über den Südwesten hinaus nord-/nordostwärts ausgreifen kann. Der
Norden und Nordosten scheint aber durchweg von zyklonalem Einfluss geprägt und
damit eher unbeständig mit Niederschlägen und geringen Sonnenanteilen. In der
erweiterten Mittelfrist zeigen alle drei Cluster (19, 18 und 14 Member,
Kontrolllauf in Cluster 1) das Übergreifen des vormals atlantischen Rücksens auf
West- und Mitteleuropa, allerdings zeigen sich Unterschiede in der Ausprägung
und Ausrichtung des Keils sowie in dessen Nachhaltigkeit. Für den Süden scheint
dabei die überwiegend antizyklonale Grundstruktur erhalten zu bleiben, für den
Norden ist die Wetterberuhigung und deren Nachhaltigkeit eher fraglich.

Ähnliches zeigen auch die Rauchfahnen des IFS: Im Norden eher geringes
Geopotenzial als im Süden, mit größerem Spread im Verlauf der Mittelfrist und
der Option auch dort zum Geopotenzialgewinn. Nach Süden hin zwar auch
Spreadzunahme, relativ hohe Wahrscheinlichkeit aber für anhaltend höheres
Geopotenzial. Niederschlagssignale deutlich höher im Norden als im Süden, aber
ohne markante Peaks.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Warnwürdige Wettererscheinungen sind zu Beginn der Mittelfrist am Freitag und
bis einschließlich Montag voraussichtlich eher leicht herbstlich mit starkem bis
stürmischem Wind in Norddeutschland und mit zeitweiligen Sturmböen vor allem im
Küstenumfeld. In Trognähe kann im Norden auch mal ein Gewitter dabei sein,
wirklich markante Entwicklungen deuten sich dabei aktuell nicht an.

In der Mittelfrist deutet sich für Deutschland aktuell keine neue Hitzewelle an,
im Südwesten und Süden bleibt es aber sommerlich warm bis heiß
(Höchsttemperaturen 26 bis 30, gebietsweise etwas über 30 Grad).
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOS-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger


Quelle: Deutscher Wetterdienst