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Bodenanalysekarten und Synoptische Übersichten
Luftdruck - Fronten - Wetter |
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Quelle: Deutscher Wetterdienst, Quelldatei bearbeitet und eigene Angaben ergänzt.
SXEU31 DWAV 300800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 30.11.2025 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Übergang von SWz zu Sa
An der Nordsee und auf dem Brocken zeitweise stürmische Böen oder Sturmböen.
Nachts im Süden und in der Mitte gebietsweise Nebel und leichter Frost. Kommende
Nacht in Südostbayern und postfrontal vor allem im Westen sowie Teilen der Mitte
auch markante Glätte möglich!
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC
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Sonntag... Heute zieht das Sturmtief ´ZENOBIO´ von der zentralen Nordsee zum
Skagerrak und hat derweil unter dem zugehörigen Trog nebst Höhentief den
Höhepunkt seiner Entwicklung erreicht. Das Maximum des Sturms bleibt über der
Nordsee, allerdings reicht es auch über der Deutschen Bucht, auf den Inseln und
vor allem an der nordfriesischen Küste bei auf Südwest bis West drehendem Wind
für stürmischen Böen und Sturmböen Bft. 8 bis 9.
An der westlichen Ostseeküste sind einzelne 7/8 Bft möglich, sonst spielt der an
der Ostsee meist ablandige Süd- bis Südwestwind kaum eine Rolle.
Die Kaltfront des Tiefs überquert dabei mit vorübergehend leichtem Regen weite
Teile Deutschlands ostwärts. In der dahinter einströmenden erwärmten
Subpolarluft sinkt die Temperatur in 850 hPa bis -4°C. Im Hochschwarzwald
(>1000m) geht der Regen abends in Schnee über, es akkumuliert sich aber nur
wenig Schnee. Der äußersten Osten und Südosten wird vom Niederschlag noch nicht
erreicht. Mangels Durchmischung werden in Teilen Bayerns kaum 2 oder 3°C
erreicht, sonst ist es mild mit 5 bis 10, in der Kölner Bucht mit 11 Grad.
In der Nacht zum Montag füllt sich das nach Südschweden ziehende Tief langsam
auf und die Kaltfront schwenkt nach Osten durch. Der Regen kann im Südosten (SE
Bayern) stellenweise in bodennah kalter Luft gefrieren und geht nachfolgend in
Lagen oberhalb 1000m in den Alpen und in Hochlagen des Bayerwaldes in Schnee
über (Warnung gelb, 2 bis 5, örtlich 10 cm).
Bei auffächerndem Druckgradienten wird der Wind an den Küsten nachts schwächer.
In weiten Landesteilen stellt sich erneut schwacher Hochdruckeinfluss ein, im
Süden und der Mitte mit örtlichem Nebel. Vor allem im Mittelgebirgsraum gibt es
leichten Frost und Glätte, besonders im Westen und Teilen der Mitte bis in den
markanten Bereich, da der Boden rasch auskühlen kann und noch nass sein dürfte.
Montag... dehnt sich das umfangreiche und hoch reichende Zentraltief mit Kern
südlich von Island mit seinem Frontensystem zur Nordsee und nach Frankreich und
Benelux aus. Aus dem Azorenhochkeil spaltet sich ein abgeschlossenes Hoch ab,
das nach Österreich wandert und dieses beeinflusst weite Teile Deutschlands,
sodass zunächst mit ruhigem Wetter zu rechnen ist.
In der noch hochreichend feuchten Luftmasse im Südosten werden noch etwas
Nieselregen oder einige schwache Schauer entlang der Alpen ausgelöst, in höheren
Lagen als Schnee. Mit Sonnenanteilen darf man hier kaum rechnen.
Im übrigen Deutschland können sich Nebel und Hochnebel im Tagesverlauf zeitweise
auflockern. Besonders am Nordrand der Mittelgebirge könnte es ab dem späten
Vormittag gebietsweise aufheitern. Im äußersten Westen und Nordwesten zieht am
Nachmittag und Abend mehrschichtige Bewölkung durch die Annäherung des
Frontensystems auf. Vom Niederrhein bis nach Nordfriesland ist gegen Abend Regen
möglich. Sonst bleibt es trocken.
Die Höchstwerte liegen zwischen 3 Grad im Vogtland und 8 Grad vom Niederrhein
bis zum Emsland. Der Wind dreht im Osten und Süden auf Südost, weht aber nur
schwach. Im Westen kommt er mäßig bis frisch aus Süd und bringt an der Nordsee
im Tagesverlauf stürmische Böen und Sturmböen.
In der Nacht zum Dienstag ändert sich an der Windlage nicht viel. Bei einem
stürmischen Südwind (Helgoland und Sylt eventuell Bft 9) über der Deutschen
Bucht fällt dort zeitweise etwas Regen und auch im äußersten Westen ist mit der
Annäherung der Front Regen möglich. Sonst verläuft die Nacht unter schwachem
Hochdruckeinfluss vom Südwesten über die Mitte bis in den Nordosten teils klar,
teils hochnebelartig bedeckt. Besonders entlang der östlichen Mittelgebirge bis
zum Alpenrand breitet sich eine dichte Hochnebeldecke aus. Ein kleines Höhentief
(Randtief) über Österreich macht sich über Südostbayern wahrscheinlich kaum
bemerkbar.
Die Minima liegen im Westen und Nordwesten zwischen 2 und 6 Grad, sonst zwischen
+1 und -3 Grad mit den tiefsten Werten im östlichen Bergland. Vereinzelt gibt es
Straßenglätte, besonders von den östlichen Mittelgebirgen bis nach Südostbayern.
Abseits vom stürmischen Nordseeumfeld kommt der Südwind im Westen mäßig bis
frisch, sonst schwach aus Südost daher.
Dienstag... Das hochreichende Tief süd- bis südöstlich von Island verlagert sich
ins Seegebiet dicht westlich der Hebriden. Seine Kaltfront erreicht mit etwas
Regen den Westen und Nordwesten Deutschlands, kommt aber im Tagesverlauf ins
schleifen, da sich über Westeuropa der zugehörige Höhentrog nach Spanien
ausdehnt, sich also nach Süden ausweitet. Damit ergibt sich über dem Westen eine
recht glatte Süd- bis Südwestströmung in der Höhe. Ansonsten reicht ein
Höhenkeil vom westlichen Mittelmeer über den Südosten Deutschlands über dem
Baltikum eine Potentialbrücke zur hochreichenden Antizyklone über Westrussland.
Am Boden ergibt sich bei uns zwischen dem Hoch über Russland und dem Tief
westlich von Schottland geostrophisch eine Südströmung, am Boden damit eine
südöstliche Windkomponente, an der Nordsee weiterhin stürmische Böen aus Süd,
auf dem Brocken Sturmböen. Die schleifende Front bringt im Westen und Nordwesten
zeitweise etwas Regen mit Mengen meist zwischen 0,5 und 2 mm. Ansonsten gibt es
unter Hochdruckeinfluss Nebel- und Hochnebelfelder, nördlich der Mittelgebirge
und teils in höheren Lagen aufgelockerte bis geringe Bewölkung und bis auf
geringen Sprühregen aus dem Hochnebel ist es trocken. Die Höchstwerte erreichen
im Nebel oder unter Hochnebel nur 2 bis 5 Grad, sonst milde 6 bis 9 Grad. Der
Wind weht abseits der Küste meist schwach, gebietsweise mäßig aus südöstlichen
Richtungen.
In der Nacht zum Mittwoch dehnt sich der Trog bis zum nordwestlichen Algerien
aus und auf der Vorderseite des Troges schleift die Kaltfront weiter über dem
Westen und Nordwesten Deutschlands mit etwas Regen. Im Osten und Südosten
Deutschlands gibt es im Randbereich des russischen Hochs weiterhin die
Grundschichtproblematik mit Nebel- und Hochnebelfeldern. Während es im Westen
und Nordwesten mit 1 bis 6 Grad meist frostfrei ist, Gibt es von Vorpommern und
Brandenburg bis zu den Alpen Tiefstwerte zwischen +1 und -4 Grad, je nach
Aufklaren.
Der Wind weht weiter schwach, im Westen mäßig um Südost. An der Nordsee treten
nur noch anfangs steife Böen aus Süd auf.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die externen Modelle simulieren die Entwicklung recht ähnlich. Kleine
Differenzen sind nicht warnrelevant.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 29.11.2025 um 10.30 UTC
Meist ruhiges Spätherbstwetter: im Südosten Hochdruckeinfluss meist neblig-trüb,
nur gelegentlich Sonne, im Nordwesten streifende Fronten mit vielen Wolken und
mildes Wetter.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 06.12.2025
Der gesamte Mittelfristzeitraum ist geprägt von einem relativ hohen Geopotential
über Osteuropa und Russland, das atlantische Tröge weitgehend blockiert und dazu
führt, dass diese bevorzugt in den Mittelmeerraum abtropfen. Deutschland
befindet sich damit überwiegend an der Trogvorderseite in einer südlichen
Höhenströmung, während bodennah eher Hochdruckeinfluss vorherrscht.
Am Dienstag kommt es über Westeuropa zu einer markanteren Austrogung, wodurch
wir deutlicher auf die Trogvorderseite gelangen und der Höhenwind auf Süd dreht.
Die Warmfront des Tiefs zieht nach Nordosten ab, während die Kaltfront den
Westen erreicht und dort zunehmend ins Schleifen gerät. Insgesamt setzt sich
eine sehr milde Luftmasse mit Temperaturen von meist +2 bis +6 °C in 850 hPa
durch. Dabei ist es im Südosten - abgesehen von zähen Hochnebel- und
Nebelfeldern - recht freundlich, nach Westen hin jedoch überwiegend stark
bewölkt.
Am Mittwoch tropft der Trog über Westeuropa in den westlichen Mittelmeerraum ab;
bei uns etabliert sich weiterhin eine Südlage mit milder Luft. An den Alpen
stellt sich allenfalls schwacher Föhn ein. Die Kaltfront schleift weiter über
dem Westen, bleibt aber weitgehend wetterunwirksam und bringt hauptsächlich
dichte Bewölkung. In der Osthälfte kann es teils freundlich auflockern, teils
ist jedoch mit anhaltendem, teils dichtem Nebel zu rechnen.
Am Donnerstag nähert sich vom Nordatlantik der nächste Trog, der auf dem Weg
nach Osten von einem Keil blockiert wird. Dadurch verkürzt sich seine
Wellenlänge und er zeigt erneut eine Tendenz zum Abtropfen in den westlichen
Mittelmeerraum. Für Deutschland bedeutet dies nur geringe Wetteraktivität: Die
Kaltfront erhält kaum dynamische Unterstützung und weist zunehmend
Auflösungstendenzen auf. Abseits der Kaltfrontbewölkung kann es zeitweise sonnig
sein, während in den Niederungen häufig tiefe Bewölkung dominiert.
Am Freitag tropft der Trog nach Süden ab, und das daraus entstehende Höhentief
zieht bis nach Algerien. Über Deutschland schwenkt lediglich ein Trogresiduum
hinweg, das kaum wetterwirksam ist. Dabei bleibt es weitgehend trocken, und
verbreitet hält sich tiefe Bewölkung.
Am Wochenende bleibt die großräumige Konstellation grundsätzlich erhalten, das
Strömungsmuster verschiebt sich jedoch etwas nach Osten. Dadurch geraten wir
zunehmend in den Einflussbereich eines sich stetig regenerierenden
Langwellentroges, der jedoch weiterhin milde Luftmassen aus dem Mittelmeerraum
heranführt. Eine markante Abkühlung ist daher weder im Flachland noch im
Bergland zu erwarten. Gleichzeitig zieht sich der Hochdruckeinfluss nach Osten
zurück, sodass auch die Frontensysteme der westeuropäischen Tiefdruckgebiete
wieder auf Deutschland übergreifen können. In der Folge bleibt es überwiegend
bewölkt und unbeständig.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die jüngsten Läufe des IFS zeigen bis zur Wochenmitte eine weitgehend
konsistente Entwicklung. In der zweiten Wochenhälfte treten zwar Unterschiede
zwischen den Modelllösungen auf, diese sind jedoch voraussichtlich nur von
geringer prognostischer Relevanz. Insgesamt erscheint es weiterhin recht
wahrscheinlich, dass sich bis Samstag das gestern skizzierte Muster fortsetzt:
im Nordwesten milderes, überwiegend bewölktes und leicht unbeständiges Wetter,
im Südosten dagegen kälteres Wetter mit einem Wechsel aus sonnigen Abschnitten
und zähem Nebel. Markante Wettergefahren wie ergiebige Niederschläge, Schnee,
Glätte, Sturm oder strenger Frost sind nach derzeitigem Stand nicht zu erwarten.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die heute vorliegenden Modellläufe zeigen bis einschließlich Donnerstag eine
weitgehend ähnliche Entwicklung. Ab Freitag nehmen die Unterschiede zwischen den
Modellen jedoch deutlich zu. Zwar bleibt die großräumige Grundkonstellation -
mit einem Hochdruckgebiet über Nordosteuropa und von Westen heranlaufenden
Tiefdrucksystemen - bestehen, doch weichen die Szenarien im Detail zunehmend
voneinander ab.
ICON lässt den Trog früher abtropfen und zeigt die Ausbildung einer
Potenzialbrücke über Mitteleuropa. IFS und GFS hingegen simulieren das
Durchschwenken eines Trogresiduums, das nachfolgend den Weg für weitere
atlantische Tröge freimacht.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen für verschiedene deutsche Städte zeigen nach einem Minimum von
Geopotential und Temperatur am Montag einen vorübergehenden Anstieg beider
Kurven. Anschließend schwankt die Temperatur nur noch geringfügig auf einem
insgesamt hohen Niveau (T850 deutschlandweit meist über 0 °C). Ab Freitag nimmt
allerdings die Streuung deutlich zu, während der Schwerpunkt der Ensemblekurven
nahezu unverändert bleibt. Beim Geopotential zeigt sich ein langsamer Rückgang;
zum Freitag und Samstag nimmt auch hier die Streuung stark zu, was auf eine hohe
Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Progression des Troges hinweist. Die
Niederschlagssignale bleiben in der kommenden Woche insgesamt schwach und nehmen
von Nordwesten nach Südosten ab.
Die IFS-Clusteranalyse verteilt sich im Zeitraum t+72-96 h auf sechs Cluster.
Alle Szenarien zeigen einen Trog über Westeuropa sowie hohes Geopotential über
Osteuropa, wobei die Trogprogression insgesamt verlangsamt erscheint. Im
Zeitraum t+120-168 h ergeben sich zwei Cluster; Haupt- und Kontrolllauf liegen
im Cluster 2. Dieses Szenario zeigt ein Blocking über Nordosteuropa und
gleichzeitig eine hohe atlantische Aktivität, wobei die Tröge bevorzugt in den
Mittelmeerraum abtropfen, anstatt über Mitteleuropa hinwegzuziehen.
In der erweiterten Mittelfrist werden vier Cluster angeboten: Zwei deuten auf
eine ostwärtige Progression der Tröge hin, wodurch Deutschland zunehmend in
deren Einflussbereich gelangt. Die beiden anderen Cluster lassen ein stärker
ausgeprägtes Blocking im Osten erkennen, sodass die Tröge eher zum Abtropfen
tendieren, anstatt ostwärts durchzuschwenken.
Fazit:
Es zeichnet sich für Deutschland überwiegend ruhiges, spätherbstliches Wetter ab
- mit nur wenig Wetteraktivität und für die Jahreszeit relativ milden
Temperaturen.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Für den mittelfristigen Zeitraum werden derzeit keine signifikanten
Wettererscheinungen prognostiziert.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, IFS-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marco Manitta
Quelle: Deutscher Wetterdienst
